Es war fast wie beim ersten, beim Vorbereitungs-Seminar: Im Vorraus war ich äußerst skeptisch, was die Reise durch halb Indien bringen soll – und im Nachhinein bin ich doch recht glücklich mit dem Ergebnis.
Alles fing – wie so oft – mit ein paar kleineren Schwierigkeiten an. Nein, die 6 1/2 Stunden Verspätung unseres Zugs waren dann letztendlich nicht so schlimm. Man bekommt auch um 3 Uhr nachts noch ein Hotelzimmer. Die Dusche am nächsten Morgen nach einem Tag und 1 1/2 Nächten im Zug war dann aber besonders schön. Fürs Abenteuer hatten wir mit der über 30 stündigen Zugfahrt von Delhi nach Hyderabad schon gesorgt. Wobei das alles jetzt für deutsche Ohren so schlimm klingen mag, … eigentlich war die Fahrt recht entspannt und man hatte endlich mal viel Zeit zum Lesen und Faulenzen.
Die Schwierigkeiten waren damit aber nicht überwunden, noch waren wir ja nicht am Seminarort, einer Waldorfschule außerhalb (!) von Hyderabad, angekommen.
“Wo fährt dieser Bus?”, “Dort drüben, … okay”, “Ja, Nr. 127, …”, “Ach, dort vielleicht, … nagut”, “Hier? Und wir können auch die 128 nehmen?”, “Fahren Sie zum Apperel Park? Nein?”, “…”, “..?!?”
Glücklicherweise hat uns dann auf dem Weg zur richtigen Bushaltestelle eine andere Freiwillige im Auto aufgesammelt. Soviel zum Drumherum, zu dem auch das anschließende Wochenende in Hyderabad gehört. Noch mit vielen Freiwilligen in der Großstadt – war eine schöne Sache.
Jetzt aber endlich zum eigentlichen Thema, dem Zwischenseminar:
18 Freiwillige; 3 Begleiter; eine ruhige Waldorfschule; Zeit nachzudenken; viel Programm; tolle Gruppe; Unterhaltungen; persoenliche Erfahrungen; Probleme & Problemloesungen; Einblicke in andere Projekte; Reflektion ueber indische Kultur; Reflektion ueber mich; Neue – nein, gefestigtere Ziele; Offenere Augen?, …
Wir waren definitiv eine tolle Gruppe und mit das schönste war über die ganz unterschiedlichen Projekte zu hören. Eigentlich alle sind höchst zufrieden in Indien. Zusammen mit den drei deutschen Leiter konnten wir unsere Themen bestimmen. Diese reichten von einem persönlichen Rückblick über kulturelle Unterschiede und Probleme bis zur Diskussion über die eigene Rolle als Freiwilliger und den praktischen Austausch von Spielen.
Wertvoll war die Woche vor allem weil sie Zeit und Anlass gab zurückzublicken und sich selbst einzuordnen – Dinge die im Alltagsleben eben oft zu kurz kommen. Was ich gelernt habe? Ich kann es gar nicht genau sagen, aber ich bin bereit für die zweite Hälfte, für weitere 6 Monate Indien und HELGO North Point!




